4. Energiewendeforum | 19. & 20.10.2017

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Rückblick

4. Energiewendeforum
des Grüner Strom Label e.V.

19. und 20. Oktober 2017 | Frankfurt (Main)


4. Energiewendeforum des Grüner Strom Label e.V.

Naturverträglichkeit, Digitalisierung und Teilhabe

„Die Energiewende ist eine Notwendigkeit für den globalen Klimaschutz und ein wesentlicher Schritt zur Transformation. Sie ist zwingend für ein nachhaltiges Gesellschaftsmodell und eine Antwort auf zahlreiche Krisen“, so Florian Schöne, Generalsekretär des Umweltdachverbands Deutscher Naturschutzring (DNR), bei seiner Key-Note zum 4. Energiewendeforum des Grüner Strom Label e.V.

Am 19. und 20. November kamen in Frankfurt am Main rund 70 Teilnehmer zusammen, aus Energiewirtschaft, Umwelt- und Naturschutz, öffentlichen Institutionen sowie Forschung und Entwicklung. In den Räumen der Mainova AG wurde rege über aktuelle Themen der Energiewende diskutiert. Im Fokus der Tagung standen dieses Jahr:

  • Naturverträgliche Energiewende: Erzeugung erneuerbarer Energien, Naturschutz und Bürger
  • Digitalisierung und Dezentrale Energiewende: Smart-Meter-Rollout, Vernetzung und Blockchain
  • Teilhabe an der Energiewende: Mieterstrom und Crowdfunding für Energiewende-Projekte

 

Das detaillierte Programm zum Energiewendeforum finden Sie hier als PDF.

Florian Schöne

Generalsekretär
Deutscher Naturschutzring e.V. (DNR)

„Die Energiewende ist eine Notwendigkeit für den globalen Klimaschutz und ein wesentlicher Schritt zur Transformation. Sie ist zwingend für ein nachhaltiges Gesellschaftsmodell und eine Antwort auf zahlreiche Krisen. Neben einem Klimaschutzgesetz fordern wir die Halbierung der Energieerzeugung durch Kohle und Öl. ‚Efficiency First‘ muss zudem als Leitprinzip verankert werden, sei es bei Energieerzeugung und -verbrauch oder im Gebäudesektor. Auch im Verkehrssektor muss enorm viel für eine Dekarbonisierung passieren – Stichwort saubere Elektrifizierung.“

 

Eröffnet wurde die Veranstaltung durch Dr. Werner Neumann, Sprecher des Arbeitskreises Energie des BUND e.V. und Vorstandsmitglied des Grüner Strom Label e.V.

Als Gastgeberin begrüßte Cordelia Müller von der Mainova die Teilnehmer, bevor Marlies Gandor von der Deutschen Kreditbank, inhaltlichem und finanziellem Partner der Veranstaltung sowie Paul Fay vom Energiereferat der Stadt Frankfurt am Main ihre Worte an die Gäste richteten.

Nach der Key-Note von Florian Schöne, DNR, erläuterte Sebastian Schäfer, NATURSTROM AG, die wichtigsten Mechanismen und Erkenntnisse der ersten Ausschreibungsrunden zu Windenergie- und Photovoltaik-Ausbau. In aller Deutlichkeit wies er auf Gesetzeslücken hin, die es beispielsweise Unternehmen ermöglichen, unter dem Deckmantel von Bürgerenergiegenossenschaften, Wettbewerbsvorteile zu erzielen.

Im Anschluss erläuterte Franziska Tucci, Fachagentur Windenergie an Land e.V., Rahmenbedingungen und verschiedene Umsetzungsmöglichkeiten zu Windenergieanlagen in Waldflächen. Dr. Christian Chudoba, Lumenaza GmbH, referiete danach zu Digitalisierung und intelligenter Vernetzung in der Energiewirtschaft und machte die Bedeutung von Smart-Metering, Vernetzung und Kompatibilität von Schnittstellen deutlich.

Cordelia Müller von der Mainova begrüßt die knapp 70 Teilnehmer zum 4. Energiewendeforum in Frankfurt am Main.
Dr. Werner Neumann, Sprecher des Arbeitskreises Energie beim BUND und Mitglied des Vorstandes vom Grüner Strom Label e.V., führte durch den Vormittag und moderierte ein Themenforum.
Kathrin Ammermann vom Bundesamt für Naturschutz stellt den aktuellen Stand der Forschung zur Naturverträglichen Energiewende im 1. Themenforum vor.
Im anschließenden Workshop diskutieren die Teilnehmer des 1. Themenforums in verschiedenen Kleingruppen zu Naturverträglichkeit der Energiewende und deren Gestaltung vor Ort.

Damit war der Grundstein gelegt für die folgenden drei Themenforen, die parallel am Nachmittag stattfanden:

Im Themenforum 1 'Dialogforum Naturverträgliche Energiewende' stand die ökologisch, ökonomisch und sozial gerechte Energiewende im Fokus. Kathrin Ammermann vom Bundesamt für Naturschutz gab einen Überblick zum aktuellen Stand in Forschung und Debatte der Naturverträglichen Energiewende und der Rolle des Bundesamtes für Naturschutz in diesem Kontext. Schon hier wurden die unterschiedlichen Positionen von Energiewirtschaft, Umwelt- und Naturschutz deutlich. Es entwickelten sich spannende Diskussionen.

Henrike Schröter von der wpd onshore GmbH & Co. KG stellte den Windpark Lauterstein als good-practice-Beispiel vor und zeigte auf, wie Akteure mit unterschiedlichen Ansichten konsensoritentiert zusammenarbeiten können.

Anschließend wurde in kleinen Gruppen über weitere Aspekte für eine erfolgreichen Energiewende gesprochen: Neben Naturverträglichkeit wurden praktikable Standards neuer Windenergieanlagen diskutiert und die Gestaltung einer Energiewende vor Ort betrachtet.

Am Nachmittag ging es in drei parrallel stattfindende Themenforen

Dialogforum Naturverträgliche Energiewende, Digitalisierung und Dezentrale Energiewende, Teilhabe an der Energiewende
Themenforum 2 des 4. Energiewendeforums: Dr. Ole Langniß, OLI Systems, referiert zum Blockchain-Ansatz in der Energiewirtschaft.
Digitalisierung als Chance für EVU, Smart-Meter-Rollout und Blockchain als Chance für die Energiewende waren die Themen im anschließenden world-café-Workshop.

Tobias Ruof, Trianel GmbH, führte mit seinem Input 'Digitalisierung und Dezentrale Energiewende' in das gleichnamige Themenforum 2 ein und moderierte es. Im Anschluss gab Dr. Ole Langniß, OLI Systems GmbH, den Teilnehmern einen Einblick in die innovativen Möglichkeiten von Blockchain in der Energiewirtschaft.

Björn Böttger von der WEMAG AG sprach über den Smart-Meter-Rollout und die Chancen für den Vertrieb, ein Thema was die Energieversorger vor dem Hintergrund des gesetzlich vorgeschriebenen Rollouts derzeit umtreibt.

Im anschließenden Workshop wurde über 'Digitalisierung als Chance für EVU', 'Smart-Meter-Rollout' und 'Blockchain als Chance für die Energiewende' diskutiert. Dabei kam die Methodik des world-cafés zum Einsatz: Die Teilnehmer gruppierten sich an drei enstsprechenden Thementischen. Nach einem gewissen Zeitkontingent zog jede Gruppe an einen anderen Tisch und ließ sich zum Stand der Diskussion informieren. So konnten sich alle Forumsbesucher über die verschiedenen Bereiche austauschen.



Finanzierung von Energiewende-Projekten aus unterschiedlichen Perspektiven: Martina Kürig, GLS Bank, stellt eine Sichtweise im 3. Themenforum vor.
Wie können Finanzierung und Projektumsetzung vor dem Hintergrund einer gerechten Teilhabe umgesetzt werden? Eine zentrale Frage im anschließenden Workshop.

Im 3. Themenforum 'Teilhabe an der Energiewende' ging es um die Finanzierung von Energiewende-Projekten aus verschiedenen Perspektiven und Mieterstrommodelle der Mainova: Marlies Gandor von der DKB, Martina Kürig, GLS Bank und Markus Merzbach, KfW, schilderten die Möglichkeiten von Finanzierung von Energiewende-Projekten aus verschiedenen Blickwinkeln. Bodo Becker der Mainova AG erläuterte das neue Mieterstromgesetz und Auswirkungen auf Mieterstrommodelle.

Im anschließenden Workshop erarbeiteten die Teilnehmer gemeinsam Konzepte, wie Finanzierung und Projektumsetzung vor dem Hintergrund einer gerechten Teilhabe umgesetzt werden können. Ganz konkret wurden dabei die Rahmenbedingungen für Mieterstrommodelle herangezogen.



Zum Abschluss der Veranstaltung fasste Rosa Hemmers, Vorstandsmitglied bei EUROSOLAR e.V. und dem Grüner Strom Label e.V. den Tag noch einmal zusammen und leitete ins anschließende Get-Together ein. Nicht nur während Abendempfang und Mittagessen, sondern auch auf der Besichtigung des Biomasse-Kraftwerks Fechenheim am folgenden Vormittag nutzten die Teilnehmer die Möglichkeit, untereinander und auch mit Referenten und Veranstaltern ins Gespräch zu kommen und neue Kontakte zu knüpfen.

Wir bedanken uns bei der Mainova und der Deutschen Kreditbank für ein erfolgreiches 4. Energiewendeforum 2017.

Marlies Gandor, DKB und Moritz Ochsmann, Grüner Strom Label e.V., präsentieren die Ergebnisse des 3. Themenforums
Rosa Hemmers, Vorstandsmitglied des Grüner Strom Label e.V., fasst die Ergebnisse des 4. Energiewendeforums zusammen.
Teilnehmer nutzten die Gelegenheit zum Austausch und knüpften auch neue Kontakte.

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