Rückblick: IVK 2016

15. & 16. September 2016 | Düsseldorf

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Im September 2016 richtete der Grüner Strom Label e.V. die 3. Innovationskonferenz in Düsseldorf aus. Kooperationspartner und Gastgeber war die NATURSTROM AG, als erster Anbieter von Ökostrom mit Grüner Strom-Label überhaupt. Auch im Biogas-Bereich leistet der unabhängige Energieversorger Pionierarbeit und lässt seine Produkte mit dem Grünes Gas-Label auszeichnen. Wie schon in 2015 konnte die EnergieAgentur.NRW als weiterer Kooperationspartner gewonnen werden.

Bereits zum dritten Mal bot die zweitägige Veranstaltung Energieversorgern und Energiewende-Unterstützern eine Plattform für den Austausch von praxisnahen Erfahrungen, Perspektiven und Ideen für eine grüne (Energie-)Zukunft.

Themenschwerpunkte der Konferenz waren:

  • Smarte Welt: Smart-Meter-Rollout und Unternehmensstrategien von Energieversorgern
  • Bürgerenergiegenossenschaften: Teilhabe an der Energiewende, Geschäftsmodelle und Kooperationen
  • Mieterstrommodelle: Erfahrungen zu verschiedenen Umsetzungsstrategien
  • Praxisnahe Netzintegration: Lastmanagement, Flexibilisierung und Speicher
Rosa Hemmers, Vorsitzende des Grüner strom Label e.V., ...
Rosa Hemmers, Vorsitzende des Grüner strom Label e.V., ...
... begrüßt die ca. 90 Teilnehmer
... begrüßt die ca. 90 Teilnehmer
Johannes Remmel, NRW-Umweltminister, thematisiert in seiner Keynote die 'Naturverträgliche Energiewende'
Johannes Remmel, NRW-Umweltminister, thematisiert in seiner Keynote die 'Naturverträgliche Energiewende'
Oliver Hummel, Vorstand unseres Gastgebers NATURSTROM AG, zur aktuellen Energiewende
Oliver Hummel, Vorstand unseres Gastgebers NATURSTROM AG, zur aktuellen Energiewende
In 4 Foren wurde intensiv u.a. über Bürgerenergie und Mieterstrom diskutiert
In 4 Foren wurde intensiv u.a. über Bürgerenergie und Mieterstrom diskutiert
Die Exkursion führte zum QBUS, einem nachhaltigen, sozialverträglichen und ökologischem Wohnprojekt
Die Exkursion führte zum QBUS, einem nachhaltigen, sozialverträglichen und ökologischem Wohnprojekt

Tagung

Ökostrombranche sucht Wege aus der Stagnation

15.09.2016, Düsseldorf (energate) - Nach der aus ihrer Sicht enttäuschenden EEG-Novelle sucht die Ökostrombranche neue Ansätze im derzeit stagnierenden Markt. "Die Lösung einer regionalen Grünstromkennzeichnung ist nur Augenwischerei und bringt uns keine Wachstumsimpulse", kritisierte die Vorsitzende des "Grüner Strom Label Verein", Rosa Hemmers, auf einer Konferenz in Düsseldorf. Die Idee, einen regionalen Markt für Grünstrom im Gesetz zu verankern (energate berichtete) ist in ihren Augen gescheitert. Energieversorger müssten jetzt nach anderen Wegen suchen, den Vertrieb von qualitativ hochwertigem Ökostrom voranzubringen. Als Beispiel nannte sie Produktpakete, bei denen die Stromspeicherung gleich mit angeboten wird. "Der Energieanbieter muss das nicht alles selbst machen, sondern kann auch kooperieren", sagte sie auf der Tagung, den der Verein zusammen mit dem Labelnehmer Naturstrom und der Energieagentur NRW organisierte. Nach der Fukushima-Katastrophe sei die Ökostromnachfrage stark angestiegen, inzwischen lahme der Absatz, räumte Hemmers ein. Auch beim Grüner Strom Label, hinter dem mehrere Umweltverbände stehen (energate berichtete) könnte die Nachfrage besser sein. Die Vorsitzende von Grüner Strom Label betonte aber, dass die 80 zertifizierten Ökostromprodukte im Jahr 2015 immerhin noch einen Absatz von mehr als einer Terawattstunde verzeichnet haben.


Oliver Hummel, Vorstand des Düsseldorfer Energieversorgers Naturstrom, teilte Hemmers Enttäuschung über die geplante Grünstromkennzeichnung. "Wir haben drei Jahre lang einen quälenden Prozess durchlebt und haben jetzt etwas, womit keiner zufrieden ist", sagte Hummel. Sein Unternehmen ist bereits auf der Suche nach neuen Ansätzen. So beschäftigten sich Mitarbeiter mit Mieterstrom-, Quartiers- und Nahwärmekonzepten. Beim Mieterstrom bleibt Hummel skeptisch. Zwar gibt es eine Verordnungsermächtigung im EEG 2017, um solare Mieterstrommodelle mit anderen Eigenversorgungsmodellen gleichzustellen. Das könne der Marktentwicklung einen "riesigen Schub" geben. Hummel befürchtet allerdings auch, dass sich das Trauma des Grünstrommodells wiederholt. In Gesprächen mit dem Wirtschaftsministerium seien erneut grundsätzliche Bedenken aufgetaucht. Mit einer schnellen Lösung rechnet er nicht.


Auch Rechtsanwalt Jens Panknin von der Kanzlei Becker Büttner Held dämpfte die Erwartungen an die Verordnung. Schon das damalige Grünstromprivileg sei von der EU-Kommission abgeschossen worden. Dies könne sich bei EEG-Rabatten für Mieter wiederholen. Grundsätzlich sei das EEG auch nicht "der Heilsbringer" bei Mieterstrommodellen, warnte Panknin. Auch der übrige Rechtsrahmen müsse vereinfacht werden, etwa durch eine Anpassung des Mietrechts oder mit anerkannten Messkonzepten. Derzeit brauche man 70 Seiten für einen rechtssicheren Contracting-Vertrag, wenn Solaranlage und Speicher gemeinsam genutzt werden sollen. Dies begeistere weder Vermieter noch Mieter.


Trotzdem äußerte Naturstrom-Vorstand Hummel am Ende die Zuversicht, dass der Erneuerbaren-Markt sich gut entwickeln wird. Die Kostendegression bei Solaranlagen und Speichern werde wohl so stark ausfallen, dass Deutschland mittelfristig aus der Diskussion um die Energiewende herauskommen werde. /mt

Michaela Tix


Mit freundlicher Unterstützung von energate messenger+.

Quelle: energate gmbh: energate messenger+; 15.09.2016.
http://www.energate-messenger.de/

Bildquellen: Miriam Ersch-Arnolds (Foto 1, 3, 4); Christian Knops (Foto 2, 5 , 6)

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