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Ein Rückblick auf das Energie-Jahr 2022

Eine Krise jagt die nächste - und macht nicht vor der Energiebranche halt. Dennoch war dieses Jahr auch eines der Erneuerbaren. Der russische Angriffskrieg hat uns vor Augen geführt, wie wichtig Energieunabhängigkeit von Diktatoren ist. Das Erneuerbare Energien genau diesen Punkt unterstützen, ist kein Geheimnis. So wurde die Energiewende zu einem allgegenwärtigen Thema. Ein Rückblick auf das Energie-Jahr 2022 macht dies deutlich!

Januar:

  • Die Energiepreise befinden sich zu Beginn des Jahres bereits auf einem historisch hohen Niveau. Die Gründe dafür haben wir euch »hier erläutert.
  • Investitionen in Klimaschutzprojekte, Elektromobilität und die Entlastung bei den Stromkosten sowie EEG-Umlage - mit diesen Vorsätzen startet die Regierung das Jahr 2022. Möglich wird das aufgrund von Einnahmen aus dem CO2-Emissionshandel.
  • Vizekanzler Robert Habeck stoppt die Förderung für energetische Gebäudesanierungen, welche Immobilieneigentümer bezuschusst, die eine energieeffiziente Sanierung durchführen. Die Nachfrage überschreite das bereitgestellte Budget bei weitem.

Februar:

  • Am 24. Februar 2022 beginnt der Überfall der russischen Föderation auf die Ukraine. Die EU als Unterstützerin der Ukraine sieht sich in einer Zwickmühle, da sie auf russische Gaslieferungen angewiesen ist.
  • Der Bund will eine nationale Gasreserve vorschreiben, welche vorsieht, bis zum 1. Dezember 90% der Gasspeicher gefüllt zu haben. So will das Land sich auf mögliche Lieferausfälle vorbereiten. 

März:

  • Der »Atomausstieg in Deutschland Ende 2022 wird kontrovers diskutiert. So wird die Atomkraft als potentielle Möglichkeit gesehen, energieunabhängiger von Russland zu werden. Trotzdem spricht sich Vizekanzler Robert Habeck gegen eine Verlängerung der Laufzeit der letzten drei Atomkraftwerke in Deutschland über 2022 aus.
  • Putin verlangt, dass russische Gaslieferungen in die EU in Rubel zu bezahlen sind. Dies soll die russische Währung stützen.
  • Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz ruft die Frühwarnstufe des Notfallplan Gas aus. Dies dient jedoch nur der Vorsorge. Die Versorgungssicherheit ist gewährleistet. 

April:

  • Das russische Staatsunternehmen Gazprom gibt ihre deutsche Konzern-Tochter Germania auf. Kurz darauf wird sie verstaatlicht. 
  • Robert Habeck bringt das Osterpaket zur Förderung von Erneuerbaren Energien auf den Weg. Dies soll vor allem Deutschlands Unabhängigkeit stärken. 
  • Die Bundesregierung beschließt, der Gasindustrie finanziell unter die Arme zu greifen.

Mai:

  • Ein LNG-Beschleunigungsgesetz wird auf den Weg gebracht, welches den Bau von LNG-Terminals fördern soll. Die drei Umweltverbände BUND, NABU und WWF kündigen Widerspruch an, da diese Terminals sich, aufgrund der Ausnahmesituation, keiner Umweltprüfung unterziehen muss. 
  • Die EU beschließt ein Öl Embargo gegen russische Lieferungen über den Seeweg, jedoch nicht über Pipelines. Für Deutschland fallen die Auswirkungen minimal aus, da das importierte Öl fast ausschließlich aus der Druschba-Pipeline kommt.
  • Das zweite Entlastungspaket wird von der Bundesregierung beschlossen. Unter anderem wird das 9-Euro Ticket für die Monate Juni, Juli und August auf den Weg gebracht. 

Juni:

  • Zur weiteren reduzierten Nutzung von Erdgas wird das Ersatzkraftwerke-bereithaltungsgesetz auf den Weg gebracht, welches besagt, dass Kraftwerke im Bereich Kohle und Öl reaktiviert oder länger betrieben werden sollen.
  • Gazprom reduziert seine Gaslieferung nach Deutschland auf 40% aufgrund von Wartungsarbeiten.
  • Robert Habeck ruft die Alarmstufe des Notfallplans Gas aus. Die Regierung trifft Maßnahmen zum Energiesparen. Habeck spricht von »„einem ökonomischen Angriff Putins auf uns“.  

Juli:

  • Die Energieminister der EU einigen sich darauf, bis Mitte 2023 15% weniger Gas zu verbrauchen. In Deutschland werden Appelle an die Nation gesendet, »energiesparsamer zu leben.
  • Der Verbraucherschutz fordert einen Gaspreisdeckel.
  • Die Bundesförderung für effiziente Gebäude wird reformiert und sieht künftig etwa 13 Milliarden Euro pro Jahr für klimafreundliche Sanierungen vor.  

August:

  • Die »Gasheizungs-Förderung läuft aus. Künftig gibt es keinen Zuschuss mehr. Gelichzeitig soll das Ende der Förderung dazu beitragen, dass mehr Hausbesitzer:innen auf Erneuerbare Energieträger wie Solarthermie umsteigen. 
  • Der Börsenstrompreis pro Megawattstunde steigt auf 586 Euro. Im Vorjahr lag der Preis zur selben Zeit bei 90 Euro. Von den Preiserhöhungen sind auch Ökostromkund:innen betroffen. Die Zusammenhänge erklären Energieanbieter in »dieser Podcast-Folge.
  • Die russischen Gaslieferungen stoppen komplett.   

September:

  • Die Gasspeicher sind zu 90% gefüllt. Damit wird das Ziel deutlich vor Stichtag erreicht.
  • Aufgrund der ausbleibenden russischen Lieferungen ist der größte deutsche Gasimporteur Uniper in finanzielle Schieflage geraten. Die Bundesregierung übernimmt den Konzern zu 99%, um die Energieversorgung sicherzustellen.
  • Nordstream 1 und 2 werden von Explosionen erschüttert. Gas strömt unkontrolliert aus. Es gibt den Verdacht eines Anschlags.
  • Die Bundesregierung einigt sich auf eine Gaspreisbremse, welche mit 200 Milliarden Euro ermöglicht wird.
  • Die »Gasumlage wird beschlossen. Sie soll die Unternehmen stützen – auf Kosten der Verbraucher:innen. Nach viel Kritik und Protesten wird sie noch vor Inkrafttreten wieder gestrichen.

Oktober:

  • RWE zieht den Braunkohleausstieg im Rheinischen Revier von 2038 auf 2030 vor. Gleichzeitig soll bis 2024 mehr Kohle gefördert werden als geplant. So soll die Versorgungssicherheit gewährleistet werden.
  • Kanzler Scholz spricht nach wochenlangem Streit ein Machtwort und verfügt, dass alle drei verbleibenden Atomkraftwerke bis spätestens April 2023 am Netz bleiben sollen. »Hier könnt ihr nachhören, was die IPPNW zu den Gefahren von Atomkraft sagt.
  • Der Bundestag beschließt das dritte Energie-Entlastungspaket zur Entlastung der Bürger:innen.
  • Die Bayerische 10H-Regel wird gelockert, sodass in bestimmten Gebieten Windkraftanlagen bis auf 1000 Meter an Wohngebäuden gebaut werden dürfen. 

November:

  • Die deutschen Gasspeicher sind zu 100% gefüllt. Zum Vergleich: 2021 lag der Füllstand zu dieser Zeit bei knapp 73 %.
  • Die »Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH gibt an, dass die Suche nach einem Endlager für Atommüll länger als 2031, wie es ursprünglich angesetzt war, dauern wird.  

Dezember:

  • Der Bundestag verabschiedet Gesetze für die Energiepreisbremsen. Damit sollen Unternehmen und Privathaushalte entlastet werden. Die Strom- und Gaspreisbremse kommt zum 1. März 2023 und soll rückwirkend ab dem 1. Januar gelten.
  • Der Bund übernimmt die Kosten für den Dezember-Abschlag für Gas und Wärme. Damit entlastet er Gas- und Fernwärmekund:innen spürbar, um den Zeitraum bis zur Gaspreisbremse zu überbrücken.

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