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Erneuerbare Energien für gerechte Energiesysteme (Fotos: Joachim Fünfgelt, Dipal Barua, Anna Skowron und Dipesh Joshi)

In Folge 5 haben wir besprochen, wie sich verschiedene Energiesysteme auf globale Ungleichheiten auswirken und was Energiearmut bedeutet. In der Fortsetzung geht es nun um die Lösungsperspektive. Dipesh Joshi von WWF Nepal und Dipal Chandra Barua, Experte für Solar Home Systems aus Bangladesh, geben Einblicke in ihre Arbeit für nachhaltige Energieversorgung und deren Wirkung für Gesundheit, Sicherheit, Einkommen und Bildung. Wir freuen uns, unsere ersten internationalen Gäste begrüßen zu dürfen!

Im Zuge der Industrialisierung des globalen Nordens ist ein einseitig zentralisiertes Energiesystem entstanden. Die dadurch entstehenden Ungleichheiten wirken sich negativ auf den globalen Süden aus. Der Netzausbau ist für die Menschen in Entwicklungsländern oftmals mit hohen Investitionssummen verbunden. Durch das zentralisierte Energiesystem und die dürftige Infrastruktur, haben Menschen in entlegeneren Regionen oftmals keinen Zugang zu Energie. Außerdem sind die Möglichkeiten wirtschaftlich zu agieren sowie saubere Kochmöglichkeiten oder Aktivitäten nach Einbruch der Dunkelheit stark begrenzt. Der Klimawandel verstärkt diese global sozialen Ungleichheiten noch weiter.

Erneuerbare Energien als Lösungsansatz

Erneuerbare Energien können einen wichtigen Beitrag dazu leisten, den Trend globaler Ungleichheiten umzukehren, denn Erneuerbare Energien-Anlagen benötigen kein zentrales Energiesystem. Die notwendigen Ressourcen kommen weltweit vor und können alle mit stabiler Energie versorgen. Brot für die Welt und World Future Council kooperieren seit einigen Jahren in dem Projekt Multi-Actor partnerships for 100% Renewable Energy in the Global South. Mit ihren Partnern vor Ort setzen sie Energieprojekte um und platzieren in ihrer politischen Arbeit die gerechte Energiewende als Entwicklungsziel auf die Agenda. Im Folge 6 geht es um diese beiden Projekte:

Eine Möglichkeit des dezentralen Energiesystems sind die Solar Home Systems (SHS) in Bangladesch.
Dipal Barua hat das Finanzierungsmodell der SHS aufgestellt und sie somit attraktiver gemacht. Durch das Finanzierungsmodell konnten die Kosten für SHS vergleichsweise auf die monatlichen Kosten von Kerosin gesenkt werden. Der Mythos, dass erneuerbare Energien-Anlagen für Menschen in Entwicklungsländern zu teuer oder zu high-tech sind, konnte dahingehend aus der Welt geschaffen werden.

Nepal ist eines der Länder mit dem weltweit höchsten Verbrauch an Biomasse. Der Großteil davon wird zum Kochen verwendet. Unsaubere Kochmöglichkeiten sind ein Grund für die verschmutzte Innenraumluft in den Häusern und Wohnungen. Dipesh Joshi erklärt im Podcast, wie Erneuerbare Energien durch elektrisches Kochen eine Lösung für das Problem darstellen: Eine Gesundheitsgefährdung beim Kochen, die insbesondere Lungenerkrankungen bei Frauen betrifft, wurde deutlich gesenkt. Außerdem wird der Alltag sehr erleichtert, da auf ständiges Feuerholzsammeln verzichtet werden kann.

Höre jetzt das ganze Interview in der aktuellen Folge 'Strom Aufwärts'


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