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In der neuen Podcast-Folge sprechen wir mit Angelika Claussen (l.) und Laura Zöckler (r.) (Fotos: IPPNW; Bürgerwerke eG)

Ende 2022 gehen die letzten drei Atomkraftwerke in Deutschland vom Netz. Aktuell nehmen jedoch kritische Stimmen zu, die eine Verlängerung der Laufzeiten der verbliebenen Atomkraftwerke vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges und dem Voranschreiten des Klimawandels vorschlagen. In dieser Folge werden die Nachteile von Atomkraft in Hinblick auf den Frieden, das Klima und die Gesundheit aufgezeigt, die in den aktuellen Debatten teilweise zu wenig Beachtung bekommen.

Die Probleme mit der Atomenergie

Die Gefahrenpotenziale, die aus Unfällen mit großen Freisetzungen gesundheitsschädlicher radioaktiver Stoffe, Endlagerung hoch­radioaktiver Abfälle, unüberschaubaren Langzeitrisiken und der militärischen Nutzung in Form von Atomwaffen entstehen, sind eigentlich schon Grund genug für den Atomausstieg. Aber auch darüber hinaus ist Atomenergie keine wettbewerbsfähige Energiequelle und wird immer unwirtschaftlicher. Unfälle, der Rückbau von AKWs und die Endlagerung von radioaktiven Abfällen sind weitere finanzielle Faktoren. Zusätzlich ist Kernenergie auch nicht geeignet, die große Transformation zur Nachhaltigkeit, und somit auch die Energiewende, zu unterstützen. Die größte Herausforderung ist die Überwindung der Widerstände durch das alte Energiesystem, denn die große Transformation wird durch Innovations- und Investitionsblockaden verhindert.

Schließlich wäre Deutschland mit Kernenergie nicht weniger abhängig in der Energieversorgung, wie teilweise argumentiert wird, denn der für Atomkraftwerke notwendige Uranbrennstoff wird, ebenso wie große Mengen Erdgas, aus Russland und Kasachstan importiert.

Der Lichtblick: Ausbau Erneuerbarer Energien

Energiewende hingegen kann den Frieden, das Klima und die Gesundheit fördern. Obwohl die politischen Rahmenbedingungen noch geschürt, die bürokratischen Hürden abgebaut und die Mythen um Erneuerbare Energien beseitigt werden müssen, kann jede und jeder einen Beitrag für die Energiewende leisten. Das kann die Installation einer Solaranlage auf dem eigenen Dach und Balkon umfassen sowie Engagement in einer Energiegenossenschaft, politische Beteiligung, Ökostrombezug oder die Verbreitung von Positiv-Beispielen.

Über unsere Podcast-Gäste

Dr. med. Angelika Claußen ist Co-Vorsitzende der IPPNW (Internationale Ärzt*innen für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzt*innen in sozialer Verantwortung e.V.) sowie Präsidentin der IPPNW Europa. Sie ist Expertin für die gesundheitlichen Gefahren von Niedrigstrahlung und ihre Schwerpunkte sind Frieden und das Atomwaffenverbot, Atomausstieg sowie Klima und Krieg.  Der Verein IPPNW setzt sich für eine friedliche, atomtechnologiefreie und menschenwürdige Welt ein und ist einer von sieben Trägerverbänden des Grüner Strom Label e.V.

Laura Zöckler ist Energiewende-Botschafterin bei den Bürgerwerken. Die Bürgerwerke eG ist ein deutscher Ökostrom-Anbieter, ein Verbund von Bürgerenergiegesellschaften und Labelnehmer des Grüner Strom Label e.V. Als Dachorganisation von Energiegenossenschaften bündeln die Bürgerwerke zertifizierten Ökostrom aus lokaler Erzeugung und versorgen damit Haushalte und Unternehmen in ganz Deutschland.


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