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Dank ihrer Tiere sind die Haushalte mit Biogasanlage autark in Bezug auf die Ressource Brennmaterial. Foto: atmosfair

Biomasse als eine wichtige Energiequelle für die Bevölkerung in vielen afrikanischen Ländern / Atmosfair-Projekt unterstützt viele tausende Milchbauern beim Bau von Biogasanlagen gefördert mit Grüner Strom-Geldern

Nairobi River Basin (Kiambu County) – wir befinden uns nordwestlich der kenianischen Hauptstadt mit einer beeindruckend vielfältigen Landschaft, wo eine blühende Biodiversität Holzrodungen und dem Verbrennen von Kerosin und Abfallstoffen zur Bewältigung des alltäglichen Lebens gegenübersteht. Das lässt die Natur zum Teil erschöpft zurück. Unterstützt durch die Fördergelder des Grüner Strom-Labels will atmosfair diesen Zustand nachhaltig verändern – die Hoffnung lautet: Kuhdung.

Kuhdung als Energieressource

„Durch den Bau von Biogasanlagen zur Energieversorgung können nicht nur knapp fünf Tonnen CO2 pro Haushalt im Jahr eingespart und die lokale Umwelt geschont werden, sondern es werden dabei auch Arbeitsplätze für den Bau, die Wartung und den Betrieb der Anlagen geschaffen.“, freut sich Kerstin Burghaus von atmosfair.

Jeder Haushalt in Kiambu County mit einer Biogasanlage weiß nun ganz genau wo die produzierte Energie herkommt – nämlich aus dem eigenen Garten. Die zwei bis drei Quadratmeter großen Gasspeicher gucken wie kleine Ameisenhügel aus dem Boden heraus. In ihnen brodelt Kuhdung vor sich hin und schafft durch den bakteriellen Prozess der anaeroben Vergärung regeneratives Biogas.

Über eine Leitung gelangt das gewonnene Biogas in die Kochnische der Wohneinheit, wo leckere traditionelle Speisen zubereitet werden. Neben Biogas entstehen in der Anlage Gärreste. Diese können aufgrund ihres nährstoffreichen Gehaltes als Dünger von den Haushalten auf ihren Feldern genutzt oder verkauft werden. Derzeit (Stand 2019) sind bereits etwa 738 Anlagen gebaut und in Betrieb. Insgesamt können bis zu 10.000 Kleinst-Biogasanlagen über die gesamte Projektlaufzeit errichtet werden.

Zusammen stark für die Energiewende

Fördergelder vor Ort: Die notwendigen Zuschüsse zur Unterstützung der einzelnen Projektschritte wurden unter anderem durch Fördergelder des Grüner Strom-Labels bereitgestellt. Pro Kilowattstunde zertifizierten Ökostroms geht ein fester Betrag direkt in Energiewende-Projekte. So konnten in den letzten 20 Jahren schon 1.350 Projekte mit mehr als 65 Millionen Euro gefördert werden.

„Wir freuen uns, dass durch unsere Fördergelder die Energiewende zusammen mit atmosfair vorangetrieben werden kann und hoffen, dass in Zukunft noch mehr Biogasanlagen gebaut werden können. Alle Verbraucherinnen und Verbraucher, die Ökostrom mit Grüner Strom-Label beziehen, unterstützen automatisch gute Projekte für erneuerbare Energien – hier in Deutschland und auch weltweit “, betont Daniel Craffonara, Geschäftsführer des Grüner Strom Label e.V.

Luft nach oben

Noch führt der Biogassektor in Kenia, trotz der zahlreichen Vorteile von Biogas und den verschiedensten Entwicklungshilfeprojekten, ein Schattendasein. Die circa 22.000 bisher gebauten Anlagen schöpfen das Potenzial damit nicht mal zu 13 Prozent aus – es besteht also noch Luft nach oben. Luft, die hoffentlich in Zukunft mithilfe von zahlreichen weiteren geförderten Energiewende-Projekten sauber und qualm frei sein wird.

Die Gasspeicher gucken wie kleine Ameisenhügel aus dem Boden heraus. Foto: atmosfair
Eine Nutzerin vor ihrer Sammelstelle des Kuhdungs. Foto: atmosfair

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